Aktuelles aus den SEFIPA Arbeitsgruppen

Über ein Jahr haben die fünf SEFIPA Arbeitsgruppen bereits intensiv an Instrumenten, die mehr Investitionen in Nachhaltige Energien auslösen, gearbeitet. Es konnten bereits einige Erfolge erzielt werden, beispielsweise die Kombinierbarkeit von unterschiedlichen Förderschienen oder die Entwicklung von Geschäftsmodellen für PV-Mieterstrom sowie eine stärkere Beachtung des Themas Nachhaltigkeit bei Immobilienfonds.

Seit den letzten Arbeitsgruppensitzungen wurden zahlreiche Gespräche mit einzelnen Stakeholdern geführt. Nachfolgend finden Sie hier den Stand der Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen. Diese Ergebnisse sowie weitere Themen werden im neuen Jahr in den Arbeitsgruppensitzungen näher vorgestellt.

Arbeitsgruppe „Nachhaltige Energie-Finanzprodukte für institutionelle (und private) Investoren“

Die Arbeitsgruppe „Nachhaltige Energie-Finanzprodukte für institutionelle (und private) Investoren“ hat ihren Fokus auf Immobilien-Fonds gelegt, um diese auf ihrem Weg in Richtung eines Nachhaltigen Immobilienfonds zu unterstützen. Seit 2016 können sich Immobilienfonds im Rahmen der Umweltzeichenrichtlinie „UZ 49 Nachhaltige Finanzprodukte“ zertifizieren lassen. In Hinblick auf eine Umweltzeichenzertifizierung müssen die Immobilien im Fonds die klimaaktiv-Basiskriterien erfüllen. Über Immobilienfonds den Immobilienstandard in Richtung Energieeffizienz anzuheben, ist ein Hebel für eine nachhaltige Energiezukunft. Die Arbeitsgruppe wird von Susanne Hasenhüttl (Susanne.Hasenhuettl@oegut.at) und Katharina Muner-Sammer (Katharina.Muner-Sammer@oegut.at) betreut.

Arbeitsgruppe „Energie-Contracting attraktiver machen“

In der Arbeitsgruppe „Energie-Contracting attraktiver machen“ wurden für „Contracting-Begleiter“ eine modulare Leistungsbeschreibung sowie Qualitätskriterien erarbeitet.  Damit können Contracting-Kunden künftig leichter geeignete Contracting-Begleiter finden. Ein weiteres Thema ist die Maastricht-Wirksamkeit von Contracting Projekten der öffentlichen Hand. In Zusammenarbeit mit zuständigen Stellen in Österreich sowie auf Europäischer Ebene konnte eine deutliche Verbesserung erreicht werden. Die im September 2017 beschlossene Eurostat Guidance Note  sieht nun in bestimmten Anwendungsfällen keine Schuldenwirksamkeit von Contracting Projekten mehr vor. In einem nächsten Schritt werden nun die bestehenden Contracting Musterverträge dahingehend geprüft, ob diese gemäß der neuen Guidance Note Maastricht-neutral sind und gegebenenfalls Änderungen vorgeschlagen. Diese Arbeitsgruppe wird von Monika Auer (Monika.Auer@oegut.at) geleitet.

Arbeitsgruppe „Anreize für Energieeffizienzmaßnahmen in Gebäuden“

In der Arbeitsgruppe „Anreize für Energieeffizienzmaßnahmen in Gebäuden“ werden die Themen Energiemonitoring, Steuerliche Anreize und Alternative Energieversorgung schwerpunktmäßig behandelt. Am 19.10. fand ein Webinar „Energiemonitoring – wozu?“ statt. Darüber hinaus wurde ein Vorschlag für eine Methodik für Energiemonitoring (gem. EnEffG) an die Monitoringstelle übermittelt.

Um die Sanierungsrate für Gebäude zu erhöhen, wurden steuerliche Anreize entwickelt und über Stakeholder in die Verhandlungen für die Regierungsbildung eingebracht. Im Positionspapier der Plattform „Umwelt - Bauen“ werden kurzfristige steuerliche Anreizsysteme gefordert und im Regierungsprogramm sind im Punkt „Modernisierung des Wohnrechts“ steuerliche Anreize dezidiert angeführt.

In Zusammenarbeit mit dem ZVHE (Zentralverband Haus und Eigentum) wurde am 12.12.2017 ein Themenfrühstück „Wärmeliefervertrag“ für LiegenschaftseigentümerInnen von Mehrparteiengebäuden durchgeführt. Gottfried Heneis (Gottfried.Heneis@energy-changes.com) ist der Leiter dieser Arbeitsgruppe.

Arbeitsgruppe „Verstärkte PV-Nutzung auf Mehrparteienhäuser“

Für diese Arbeitsgruppe ist Gerhard Bayer (Gerhard.Bayer@oegut.at) verantwortlich.

Seit August 2017 ist durch die elwog Novelle das Betreiben von PV-Gemeinschaftsanlagen möglich. Im Rahmen von SEFIPA wurden bereits zahlreiche Gebäudeeigentümer bei ihren ersten Schritten zu einer solchen Anlage bezüglich möglicher Geschäftsmodelle und Wirtschaftlichkeitsoptimierung beraten. Im September 2017 wurden die möglichen Geschäftsmodelle den e5-Gemeinden in Niederösterreich vorgestellt. Die ersten Anlagen sollen in der ersten Jahreshälfte 2018 errichtet werden.

Gemeinsam mit Arbeitsgruppenmitgliedern werden derzeit auch die zu erwartenden Stromgestehungskosten bei einer durchschnittlichen Gemeinschaftsanlage, inklusive Akquise- und Betriebskosten sowie die vom Netzbetreiber geplanten Verrechnungsgebühren ermittelt.

Für jene Gebäudegruppen, bei denen die Anwendung einer Gemeinschaftsanlage gem. elwog Novelle aufgrund der Eigentums- und NutzerInnenstruktur nur schwer umsetzbar sein wird, wird derzeit ein Vorschlag für ein vereinfachtes Alternativfördermodell erarbeitet.

Arbeitsgruppe „Optimierung der energiebezogenen Fördersysteme“

Clemens Plöchl (Clemens.Ploechl@energy-changes.com) ist Leiter dieser Arbeitsgruppe.

Stromerzeugung aus Photvoltaikanlagen auf den Dächern von Bestandsgebäuden muss eine wichtige Rolle spielen, um das Ziel erreichen zu können, bis 2030 ausschließlich Strom aus erneuerbare Energie zu gewinnen. Mit den zu erwartenden Änderungen im Fördersystem für erneuerbare Energie wird die Wirtschaftlichkeit von PV Anlagen zukünftig verstärkt vom Eigenverbrauch der Abnehmer (z.B. Haushalte oder KMUs) im Gebäude abhängen. Damit einhergehend wird auch das Ausfallsrisiko des Stromabnehmers steigen (im Vergleich zur gegenwärtig vorherrschenden Situation, in der der Staat Österreich den Strom mittels Einspeisetarif abnimmt.).

Durch dieses zusätzliche Risiko wird sich wahrscheinlich die Finanzierung der PV Anlagen auf KMU Dächern erschweren. Mit Hinblick auf die dringende Aktivierung mehr oder weniger „aller“ Dachflächen stellt sich die Frage wie sich das Ausfallsrisiko vor allem bei KMUs managen lässt. Mit dieser Fragestellung beschäftigen sich seit November 2017 einige Mitglieder der Arbeitsgruppe.